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Cannes kann’s: Die Noble an der Côte d’Azur

Blick aus dem Hotel in Cannes

Azurblauer Himmel und Meerblick: Das zieht nicht nur Prominente nach Cannes.

Es ist bei ihr wie bei so vielen Städten im Süden Frankreichs an der „blauen Küste“, an der Côte d’Azur: Einst ein Fischerdorf ist Cannes schon früh in den 1830er-Jahren erst zum Treffpunkt des Adels und dann der Schönen und Reichen aufgestiegen.

Stelldichein der Yachten
Cannes kann’s. Sich im Küstenstreifen des Départements Alpes-Maritimes den mondänen Charakter von einst erhalten. Gerade erst hat mit der internationalen „Boot & Yacht“ 2010 dort wieder eine der führenden Wassersportmessen Europas stattgefunden. Bootseigener, Bootsbauer sowie Hersteller von Zubehör gaben sich vor malerischer Kulisse im Hafen ein Stelldichein. Rund 140 neue Modelle sowie noch einmal fast ebenso viele Schiffe mit mehr als 20 Metern Länge kündigten die Veranstalter an. 80 Prozent der insgesamt rund 500 Boote, Yachten und Schiffe sollen nur wegen der Messe nach Cannes gekommen sein.

Städtetrip mit Eleganz und Nonchalance
„Das kann“, sagt uns ein Besitzer, dem wir beim Bummel begegnen, „wirklich nur Cannes.“ Menschen anziehen, egal was sie machen. Ob sie mit ihren Luxusschiffen über Weltmeere ziehen, nach Segeltörns in stillen Buchten ankern. Ob sie vor Kameras stehen und Filme drehen, die dann in Cannes beim natürlich internationalen Festival ausgezeichnet werden – oder auch nicht. Ob sie einfach nur baden, an der Croisette, dem nach dem Vorbild der Promenade des Anglais in Nizza angelegten Boulevard, flanieren, vielleicht bloß einen Cappuccino trinken wollen.

Beschaulicher Urlaub im Hinterland
Diese Stadt, die nicht einmal 100.000 Einwohner zählt, ist wie ein Magnet. Wen oder wer sie umgekehrt nicht mag, der fühlt sich sowieso im Hinterland besser aufgehoben. In den nördöstlich gelegenen Ausläufern der Südalpen oder westlich im Esterel-Gebirge mit der vorgelagerten Steilküste aus rotem Ergussstein. Da geht es in vielen Teilen jedenfalls deutlich ruhiger, natürlicher und weniger nobel zu. Zur Parfümstadt Grasse beispielsweise ist es ebenfalls nicht weit.

Palmen am Strand von Cannes

Wahrzeichen von Cannes: Bei den Filmfestspielen wird jährlich die Goldene Palme verliehen.

Schon vor dem Filmfestival Treffpunkt der Reichen und Schönen
Napoléon Bonaparte gehörte zu denen, die kamen. 1815, so belegen es zeitgenössische Quellen, lagert er bei seiner Rückkehr auf Elba in Cannes. Britische Lordkanzler, Barone und weitere Aristokraten folgen rasch, wie man in Büchern über diese Stadt nachlesen kann. Der Hafen entsteht. Die Croisette wird gebaut. Die Palmen werden gepflanzt. Luxushotels entstehen, gleich mehrere nacheinander. Das erste Filmfestival feiert gleich nach dem Zweiten Weltkrieg Premiere.

Eine Reise in die Welt der Prominenten
Die rund zwei Kilometer lange Croisette, unter der sich zum Wasser hin ein breiter Sandstrand erstreckt, scheint die Schlagader, das Herzstück von Cannes zu sein. An ihr pulsiert das Leben. Bloß ganz spät im Spätherbst bis ganz früh im Frühling wird es etwas weniger. Dann wird die Sicht auf die beiden Inseln Sainte-Marguerite und Saint-Honorat auch freier. Die Liste der Söhne und Töchter von Cannes reicht einer entsprechenden Übersicht zufolge vom Regisseur Paolo Barzman über Pilar de Borbón, Infantin von Spanien und Herzogin von Bahajoz, und Geiger und Dirigent Jean-Jaques Kantorow bis hin zu Schauspieler François Smesny. Die Liste über mehr oder weniger berühmte Persönlichkeiten, die hier lebten, fällt sogar noch etwas länger aus: Großherzog Friedrich Franz III. von Mecklenburg, Schriftsteller Prosper Mérimée, Chansonsängerin Edith Piaf, oder Weltfußballer Zinédine Zidane, auf den man stolz ist, dass er in Cannes seine Karriere begann.

Promenade in Cannes

Eine der wichtigsten Sehenswürdigkeiten ist die Croisette.

Ein Friedhof als Sehenswürdigkeit
Stille lässt sich auch in dieser Stadt, wenn nicht in den mitunter doch etwas beschaulicheren Seitengassen, vor allem an einem anderen Ort finden: auf dem Friedhof Grand Jas, wo unter anderem Martine Carol, die französische Schauspielerin, Lily Pons, die US-amerikanische Opernsängerin, und Klaus Mann, gebürtiger deutscher Schriftsteller und Sohn von Literatur-Nobelpreisträger Thomas Mann, begraben sind. Selbst im Tod schafft es diese Stadt noch, Menschen unterschiedlicher Nationalitäten zu vereinen. Cannes kann’s.

Urlaub in Cannes
Cannes ist Seebad und Kurort an der französischen Riviera. Der Name der zwischen 70.000 und 80.000 Einwohnern zählenden Stadt, die sich ihren kleinstädtischen Charakter noch bewahrt hat, soll Schilfrohr bedeuten, das zur Zeit der Römer, als eine kleine Festung auf dem Mont Chevalier entstand, in Unmengen am Ufer wucherte. Beliebte Sehenswürdigkeiten sind die Altstadt und der Hafen. Die Croisette ist Hauptverkehrsstraße und Flaniermeile.
Cannes ist vor allem wegen der in jedem Jahr im Mai stattfindenden internationalen Filmfestspiele, aber auch durch einige Prachthotels wie das Carlton bekannt, in dem etwa Alfred Hitchcock den „Über den Dächern von …“-Streifen mit Grace Kelly und Gary Grant drehte. Bis nach Nizza, wo sich auch der internationale Flughafen für diesen Abschnitt der Côte d’Azur befindet, ist es nicht mehr als eine halbe Stunde.

Text und Fotos: Günther Koch/KoCom

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Tags:Cannes, Cote d'Azur, Europa, Frankreich, Sehenswürdigkeiten, Städtetrip, Urlaub in der Sonne

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