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Alentejo: Portugal-Urlaub im Land der weißen Dörfer

Alentejo, Kastell in Marvao

In goldenem Glanz: Mächtiges Kastell in Marvao. Foto: Grebe.

Wer im Portugal-Urlaub mediterranes Landleben kennenlernen will, der ist im Alentejo genau richtig. Die Region nördlich der Algarve ist berühmt für ihre Kork- und Olivenplantagen und strahlt mit Dörfern ganz aus Marmor.

Die Sonne über dem Alentejo
Die Zeit scheint stehengeblieben zu sein. Es ist warm in diesem Landstrich östlich von Lissabon und nördlich der Algarve. „Schauen Sie sich diese wunderschönen, gepflegten Plantagen, die prachtvollen Weinberge und die sauberen Dörfer aus weißem und rosa Marmor an“, schwärmt Olga Miguel, die uns durch den Teil des Alentejo begleitet, der an Spanien grenzt. Alem do Tejo, so nennen Portugiesen die Region „jenseits des (Flusses) Tejo“, die fleißige Hände fruchtbar gemacht haben.

Korkeichen- und Olivenbaumhaine
Tagsüber, wenn die Sonne am stärksten ist, halten die Bewohner Siesta, stehen dafür sehr früh auf, arbeiten vom späteren Nachmittag oft bis in die Abendstunden hinein. Korkeichen- und Olivenbaumhaine prägen die grüne Landschaft. Eukalyptusbäume sind besonders wegen des schnellen Wachstums wirtschaftlich interessant, leider saugen sie sehr viel Wasser auf.

Wo Störche über die Felder flanieren
Der Herbst ist auch im Alentejo die Zeit des Weins. Dann schmücken die bunten Blätter der Reben, die voll mit reifen Trauben sind, das schier endlose, sanfthügelige Terrain. Als Zeichen der Fruchtbarkeit und des angenehmen Klimas sieht man das ganze Jahr über Störche in den Feldern flanieren. „Es gibt für sie keinen Grund, im Winter nach Afrika zu fliegen, da es hier genug Nahrung gibt“, erläutert unsere Reisebegleiterin.

Südländischer Charme
Große Marmorbrüche, weiße Dörfer, alte Städte prägen das Landschaftsbild im Alentejo. Manche Orte sind fast nur aus reinem Marmor gebaut – wie Borba, etwa 20 Kilometer entfernt von Estremoz, der wichtigsten Stadt im Alentejo. Mauern und Hauswände sind mit Marmor bestückt, sogar die Straßen sind mit rosa und weißen Steinen gepflastert. Einst von armen Bauern bewohnt, gilt der 6.500 Seelen-Ort eigentlich nicht mehr als Dorf, hat sich seinen dörflich-südländischen Charme aber bewahrt. Die Einwohner sind in der Marmor-, Weinverarbeitung oder in der Landwirtschaft tätig.

Hotel M'AR De AR Muralhas, Evora (Portugal)

Zahlreiche Unterkünfte im Alentejo befinden sich in historischen Gebäuden.

Geschichtsträchtige Herrenhäuser
Wir quartieren uns in einem Herrenhaus aus dem 18. Jahrhundert ein.  Der Alentejo hat viele solcher historischen Gebäude vorzuweisen. In ehemaligen Klöstern, Burgen oder Palästen werden Gäste beherbergt.   Was in Spanien die Paradores sind, sind in Portugal die Pousadas, geschichtsträchtige Häuser in staatlicher Hand, umgebaut und betrieben von privaten Hotelgesellschaften meist der Luxuskategorie.

Übernachten in gemütlichen Gästehäusern
Aber nicht alles ist staatlich. Auf dem Land oder in kleineren Städten finden sich einzelne Klöster oder eben imposante alte Herrenhäuser, die mit höchstens neun Gästezimmern gemütlich eingerichtet sind. Restaurants gibt es in dieser Art von Unterkünften nicht, dafür aber einen Frühstücksraum. Und das hat seinen Grund: Ab zehn Zimmern nämlich wäre es ein Hotel und strengen Regeln unterworfen.

Marvao: Von Festungsmauern umgeben
Marvao ist ein romantisches, mittelalterliches, von Festungsmauern umgebenes Städtchen. Durch seine exponierte Lage sieht man es schon von weitem. Das mächtige Kastell, das an einem Steilfelsen über dem Tal rund 850 Meter in die Höhe ragt, ist gut erhalten. Es strahlt an diesem Tag beim Sonnenuntergang fast golden wie auf einem alten Gemälde.

Kastanienfest im Alentejo
Jedes Jahr im Herbst findet in Marvao die „Festa da Castanha“ statt. Zu dem Kastanienfest pilgern Tausende in den nicht einmal 200 Einwohner zählenden, sonst stillen Ort. Die, die nicht aus den umliegenden Dörfern kommen, reisen per Bus aus ganz Portugal oder Spanien an, sogar Besucher aus der früheren Kolonie Brasilien zieht es dann in den Alentejo. Der Duft gerösteter Kastanien liegt in der Luft. Weiße Häuser mit roten Dachziegeln und gelb oder blau umrandeten, blumenprächtigen Fenster säumen die kopfsteingepflasterten, engen Gassen. Zu lauter Musik wird getanzt, gegessen und viel Landwein getrunken.

Alentejo, frisch geschälte Korkeiche

Korkeichen prägen das Landschaftsbild im Alentejo. Foto: Grebe.

Im Sommer das nächste Schälen
Zu Fuß führt der Weg nach Marvao über alte, römische Straßen, die mit abgefallenen Esskastanien reichlich bedeckt sind. Wir laufen immer wieder an Hainen mit Korkeichen vorbei. Deren frisch geschälte Stämme leuchten blutrot in der Sonne. Eine eingeritzte Nummer verrät, wann der Baum wieder geschält werden darf – in der Regel mit 35 Jahren das erste Mal, danach nur alle neun Jahre wieder. Je nach Standort hat sich bis dahin eine bis zu drei Zentimeter dicke neue Korkschicht gebildet. Schon bald, im Sommer, steht das nächste Schälen erneut bevor. Danach verfärbt sich der Stamm allmählich rot-braun.

Kork kommt meist aus dem Alentejo
„Portugal ist mit 54 Prozent der größte Korkproduzent der Welt – und der Alentejo hat mit 72 Prozent den größten Anteil an der portugiesischen Korkproduktion“, rechnet unsere Begleiterin hoch: „Also ist der Alentejo der größte Korkproduzent der Welt.“ Kork ist das ökonomisch wichtigste Exportprodukt aus der Region, obwohl es mehr Olivenbäume gibt. „Wir stellen eine große Menge an Olivenöl her, exportieren aber nicht so viel.“ Sonst könnte der Alentejo vielleicht sogar bekannter sein.

Portugal-Urlaub im Alentejo
Der Alentejo macht mit rund 27.000 Quadratkilometern fast ein Drittel des portugiesischen Festlandes aus und zählt gut eine halbe Million Einwohner. Die Anreise erfolgt am besten über Lissabon oder Faro an der Algarve, die Flüge dorthin dauern rund drei Stunden. Mit dem Auto ist man dann von Lissabon aus in rund anderthalb Stunden in Evora, von Faro aus in gut einer Stunde.

Von Fiona Grebe/KoCom

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Tags:Algarve, Europa, Faro, Lissabon, Natururlaub, Portugal, Urlaub in der Sonne

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